Archive for Februar 2013

Bill Kaulitz

Wenn das DDSS das „Demografisk Databas Södra Sverrige“ (Diese Seite übersetzen: Unser langfristiges Ziel ist es, für alle Kirchenbücher von Geburten, Eheschließungen und Todesfälle von Skåne, Blekinge und Halland für den Zeitraum 1650-1900 registriert und frei über das Internet durchsuchbar.), ssdd angeblich „same shit, different day“, dann ist DSDS das Kürzel für „Deutschland sucht den Superstar“, was inhaltlich sogar in beiderlei Richtung faktisch falsch ist.

Die Gründe, diese Sendung nicht zu sehen, würden Telefonbücher füllen, wenn es die noch gäbe, könnte man diese sämtlichen Gründe nicht sowieso auf den einen zusammenschmelzen: diese Sendung ist logischerweise unerträglich – was man umgehend auch erkennt an der stadtbekannt unangenehmen Hauptperson. Auf der anderen Flanke ein kurzhaariger Mann mit sehr tiefer Stimme, die (zurecht) alles andere als Tiefe transportiert, dazwischen halt auch irgendwer, belästigende Sendung weggeschaltet, doch Halt!

… Sind das etwa die Kaulitz-Zwillinge von Tokio-Hotel? WTF!

Zur Erinnerung: Angetrieben vom Stiefvater muckten die Kaulitz-Brüder vor vielen Jahren in ihrem Kinderzimmer im beschaulich faschistoiden Magdeburg herum, kamen auf den wenig naheliegenden Namen „Tokio Hotel“ und landeten mit „Durch den Monsun“ einen Hit. Irgendwie hörte sich das etwas nach Nena an und irgendwie machte das auch den Eindruck, musikgeschichtlich ähnlich bedeutend zu sein. Begrüßenswert war das androgyne Teenie-Idol, das da (altersgemäß) durch den Monsun („großräumige Luftzirkulation“) musste, allemal. Für jeden Jugendlichen, der die Band mochte, doch die weitaus bessere Entscheidung als etwa die Pösen Onkelz, die sich im Zimmer des großen Bruders gerade vermutlich durch Hagelstürme kämpften.

Hier, bei DSDS, entsteht die Stringenz des Bill Kaulitz: Als schriller Typ die hervorragende Alternative zum bösen Onkel daneben. Rein visuell ist diese behauptete Polarität perfekt umgesetzt. Der „schrille Look“ hebt sich wohltuend vom Camp David ab. Die Kritik des Tokio-Hotel-Sängers an den Vortragenden wirkt (zumindest zu Beginn der Sendung) angenehm zaghaft. Und mit seinem bezaubernden Augenaufschlag und seinem entwaffnenden Lächeln will man Bill Kaulitz fast abkaufen, dass er nicht weiß, in welch neoliberaler Konditionierungsscheiße er sich befindet. Wenn junge Pop-Fans auf solche Mainstream-Vertreter abfahren ist schon mal viel gewonnen. Und wie herzzerreißend ist dann noch die Nachricht, dass Bill aufgrund seines musikalischen Erfolgs die Schule schmeißen musste, später den Realschulabschluß nachholte und dafür 2008 mit dem Jugendpreis Fernlernen ausgezeichnet wurde.

 

hart aber fair

hart aber fair2

Entropie 1

Die Geschichte handelt von Tim Brause und Karli Anton. Beide wohnen in Berlin, aber da einander unbekannt, nähmen sie wohl keine Notiz, sollten sie sich über den Weg laufen. Im Allgemeinen kreuzen sich Wege wohl auch nicht öfter, als dass sie parallel zueinander verlaufen.

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song for the wicked

die falle

candle with hair