Archive for Oktober 2013

bad

Magdalena Kozena

Tatsächlich ist die Stimme von Magdalena Kozena umwerfend bezaubernd. Mit ihren Bach-Interpretationen, die sie bereits im Sommer 1996 aufgenommen hatte, hält sie sämtliche Uhren in der Umgebung an. Nun ist ausgerechnet Bach auch immer etwas weihnachtlich und weinerlich, vor allem aber die Texte sind kaum zu ertragen. Wenn einem das „Et exsultavit spiritus meus“ bereits einen Schauer über den Rücken jagt, muss man bei „Ich esse mit Freuden mein weniges Brot“ schon arg die Zähne zusammen beißen. Diese Speise des Herrn dürfte weder bekömmlich noch köstlich sein und ausreichend ist sie ja wohl auch nicht. „Laß Fürstin, laß noch einen Strahl“ ist wohl zumindest aus heutiger Sicht dermaßen beknackt und komisch, dass man sich kaum noch auf Kozenas Timbre konzentrieren kann. Dass sie es dennoch schafft, einen wieder einzufangen in eine Art klangvolle Stille, eine Harmonie entfaltet wie sonst nur der erste Schnee, ist in der anderen Richtung der Skala kaum zu ertragen.

spooky tree

spooky