Archive for Dezember 2014

Mozart vs. Beethoven

Mozarts Requiem, seine letzte und von Eybler und Süßmayr vervollständigte Komposition, ist in der Lage einem zuerst die knallengen Stiefel aus- und dann den Boden unter den Füßen (dort meist, wo sonst) zu ent-ziehen, eine Piloarrektion über den Schauer des Rückens zu jagen und der Relevanz des alltäglichen B-findens seine gerechte Stelle zu weisen. „Seufzend steh ich schuldbefangen“ bei diesen Klängen nicht nur vor dem Abwasch. Dann enerviert das Kyrie Eleison als beglückende Strapaze, kurz durchflutet Part soundso (keine Ahnung wie der jetzt hieß) den Raum und entreißt ihm einfach die Zeit! [Entreißt dem Raum die Zeit FÜR IMMER würde man sagen, wenn das denn Sinn machen könnte] Man kommt auf die Idee, Mozart könne vielleicht doch ähnlich genial gewesen sein wie Freddy Mercury.

Wogegen Beethoven (zB: Klavierkonzert in C-Dur, op. 15 ) abwechselnd peinlich pompöse, effektheischende Arrangements und seichte, kleinbürgerliche Langeweile entwirft, man denkt an den Bürgermeister von Benjamin Blümchen oder: Passt echt zu den Toten Hosen, das blöde Geklimper aus Bonn.

(Behauptet jemand, man könne ja nun ein solches Requiem und dies frühe Klavierkonzert ÜBERHAUPT nicht miteinander vergleichen – natürlich kann man, man kann alles miteinander vergleichen, man muss es nur tun, man kann sogar Äpfel und Birnen miteinander vergleichen und wird feststellen: die Zusammensetzung ist fast identisch, der Auftritt ein ganz anderer. Bei Mozart und Beethoven: Die Noten dieselben, nur anders angeordnet. Mozart hatte Beethoven angeblich wegen Don Giovanni nicht empfangen, aber viel wahrscheinlicher ist doch, dass der Wolfgang keinen Bock auf eisgekühlten Bommerlunder hatte.)