feminismus ohne strategie

Im sehr interessanten, wenn auch leider sehr knappen Gespräch mit Nancy Fraser (auch hier) in der RLS-Zeitschrift Luxemburg, resümiert diese:

Die feministische Kampfansage gegen diesen Kapitalismus konnte durch den aufkommenden Neoliberalismus eingehegt werden. Feministische Ideen wurden für seine Zwecke umgedeutet und gebändigt. […] Die Bewegung erwies sich in ihrer Praxis weniger als Gegenwehr gegen den Kapitalismus denn als seine Modernisierung.

Die Antwort auf diesen niederschmetternden Befund wäre ein Bewusstsein über die Zerstörungskraft des Neoliberalismus und eine Idee diesen zu bekämpfen. Fraser führt die „99%“ als potentielle Verbündete im Kampf gegen den Neoliberalismus an (denkt dabei vielleicht nicht unbedingt an die hiesige Variante der Bewegung). Die entscheidende Frage, die die radikalen Mitglieder ihren Schwestern und Genossen in diesen Strömungen vorzulegen haben, ist:

Auf welcher Seite steht ihr? Werdet ihr einfach zuschauen, wie unsere Ziele, unsere Träume, unsere Ideen als Legitimationen des Neoliberalismus wieder an Kraft gewinnen? Oder seid ihr bereit, für ihre Wiederaneignung zu kämpfen? […] Wenn es innerhalb dieser Krise Hoffnung gibt, dann ist es der Impuls, Klarheit darüber zu gewinnen, was auf dem Spiel steht, und die Alternativen deutlich zu machen.

(Feminismus ohne Strategie, Nancy Fraser im Gespräch, Luxemburg 4, 2012, S. 64ff., ärgerlicherweise nicht im Netz)

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