‚Hertha Hindenburg – Too Big to Fail‘

Aus der ursprünglichen Idee zu einer Adaption von Rabelais´ „Gargantua“ entstand unserem Einfluss entzogen die gewaltige Frau, die sich in stetigem Wachstum unser gesamtes Schaffen einverleibte. Eingeschüchtert legten wir die Stifte aus der Hand und schauten zu, wie die entfesselte Hertha Hindenburg von uns Besitz ergriff. Nun blieb uns nur noch, die perfiden Hintergründe der Geschichte zu recherchieren und darzulegen. Für Sekretärin Neumann schien es ein wahrer Krimi zu sein. Doch uns wurde schnell klar, dass es hier um weitaus mehr ging.

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Die Quittung des ewigen Wachstums als Wunsch und Wille, in Adornos Vision der pausbäckigen Unersättlichkeit mündend, ist der schweißgetränkte Weg ins Armageddon. Doch es ist nicht kassandrisch der Weg beschrieben, sondern ein System und sein Scheitern. Wie der Stolz der Nazis, der im Himmel schwebend in Flammen aufging, wie die sich abkehrende Mutter Erde, die nun wirklich von allen mit Füßen getreten wird, so wird auch die dicke Frau der tödliche Bumerang der Unersättlichen. Das böse Ende, der Untergang der Menschen wird nie eine leere Wüste sein, sondern eine fettige Explosion.

‚Hertha Hindenburg – Too Big to Fail‘ / Felix Pestemer & Robin Jahnke – voraussichtlich ab 2017 im Avant-Verlag erhältlich

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