Op de Beeck

Geschichten-Bacon. Selten hat mich eine Ausstellung so beeindruckt, wie die von Hans op de Beeck im Wolfsburger Kunstmuseum. Man gerät in eine herzlich düstere Welt, ebenso verstörend wie schön. Er deutet diese Geschichten an, die er nicht wirklich erzählt. Oder er erzählt eine Andeutung, die nicht wirklich eine Geschichte ist. Oder ich hab das Ende nicht mitgekriegt, den Plot verloren – aber genau das ist ja das Wunderbare: Verfolgt von der Frage, was da passiert, kehre ich gedanklich ständig zurück zu seinen Installationen, untersuche meine Erinnerung an die von ihm entworfenen Szenerien auf Hinweise oder nicht oder: An dieser menschenleeren, dunklen, verschneiten Kreuzung, an der die Ampel sinnlos und pflichtbewusst ihre Phasen schaltet, würde ich gerne stehen und jemanden treffen, den ich schon von weitem daherschlendern sehe, den ich dann endlich fragen kann, was da erzählt wird und wahrscheinlich wird er oder sie sagen: „Nüscht. Wieso?“.
Da kommt einem der Verdacht, dass einen das auch gar nichts angeht. Das ist vollkommen in Ordnung. So großartig, als bildgeiler Betrachter in der Stille zu stehen. Ich werde bestimmt Jahre brauchen, um mich davon zu erholen.

Leave a Reply