„Irrtümer“, die die Welt bedeuten II

Aus der Reihe „Logik“ eine Folgerung zur Schuldenbelastung der nächsten Generation:

Drastische Sparmaßnahmen und Einschnitte ins Sozialwesen werden besonders gerne mit dem scheinbar selbstlosen Argument begründet, man könne die Schulden nicht der nächsten Generation aufbürden. Bloß:

Es findet keine Umverteilung zwischen, sondern innerhalb der Generationen statt. Und zwar eine von «unten» nach «oben». Wie funktioniert das? «Unsere Enkel» erben nicht nur die Schulden, sondern auch die Forderungen, also die Vermögen. Man kann sich das anhand einer Familie vorstellen: Wenn die Mutter dem Vater 100 Euro borgt und beide sterben, so erben die Kinder nicht nur die 100 Euro Schulden des Vaters. Sie erben auch die Forderung der Mutter, die die 100 Euro verliehen hat und dafür Zinsen erhält. Auch bezogen auf den Staat gibt es Schulden und Vermögen, die weiter gegeben werden. Wer erbt nun die Schulden und wer erbt die Forderungen?

(Stefan Kaufmann, Ingo Stützle: Ist die ganze Welt bald pleite?)

Leave a Reply